WordPress Too Many Redirects: Fehler finden und beheben

Die Meldung „Too Many Redirects“ bedeutet, dass Deine WordPress-Website zwischen mehreren URLs hin und her weiterleitet, ohne eine endgültige Zieladresse zu erreichen. Besucher sehen dann häufig eine Browsermeldung wie „Diese Seite funktioniert nicht“ oder „ERR_TOO_MANY_REDIRECTS“. Die Ursache liegt oft in widersprüchlichen Einstellungen für HTTP und HTTPS, der WordPress-Adresse, einem Plugin, dem Cache oder der Serverkonfiguration. In diesem Leitfaden erfährst Du, wie Du den Fehler systematisch eingrenzt und möglichst updatefähig behebst.

Inhaltsverzeichnis

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Was bedeutet „Too Many Redirects“ in WordPress?

Eine Weiterleitung weist den Browser an, eine andere URL aufzurufen. Das ist grundsätzlich normal: Eine alte Unterseite kann auf eine neue Adresse weiterleiten, HTTP kann zu HTTPS umgeleitet werden oder eine nicht mehr verwendete Domain kann auf die aktuelle Website zeigen. Problematisch wird es, wenn die Weiterleitungen einen Kreislauf bilden.

Ein typisches Beispiel sieht so aus: Der Browser ruft http://deine-domain.de auf. Der Server leitet auf https://deine-domain.de weiter. WordPress oder ein Sicherheitsplugin interpretiert die Anfrage jedoch wieder als unverschlüsselt und sendet sie zurück zu HTTP. Der Browser erhält keine stabile Zieladresse und bricht den Vorgang ab.

Der Fehler muss nicht zwingend auf der Startseite entstehen. Auch eine einzelne Unterseite, der Administrationsbereich oder nur die mobile Variante einer Website kann betroffen sein. Deshalb ist es wichtig, genau festzustellen, welche URL den Fehler auslöst und ob das Problem für alle Besucher oder nur für bestimmte Sitzungen auftritt.

Weiterleitung, Umleitung und Redirect-Schleife

Die Begriffe Weiterleitung, Umleitung und Redirect werden im technischen Alltag meist gleich verwendet. Eine einzelne Weiterleitung ist nicht automatisch ein Fehler. Eine Redirect-Schleife entsteht erst, wenn zwei oder mehrere Systeme widersprüchliche Regeln anwenden.

  • WordPress: Die Website kennt eine bestimmte Installations- und Startseitenadresse.
  • Webserver: Apache oder NGINX kann HTTP-Anfragen auf HTTPS oder eine andere Domain umleiten.
  • Proxy oder CDN: Ein vorgeschalteter Dienst kann das SSL-Zertifikat verwalten und Anfragen an den Server weitergeben.
  • Plugin: Sicherheits-, Cache-, SEO- oder SSL-Plugins können eigene Redirect-Regeln aktivieren.
  • Browser: Gespeicherte Cookies, HSTS-Informationen oder Cache-Daten können eine alte Konfiguration sichtbar machen.

Die Herausforderung besteht darin, nicht einfach möglichst viele Weiterleitungen abzuschalten, sondern die Stelle zu finden, an der zwei Regeln nicht zusammenpassen.

Die häufigsten Ursachen für WordPress Too Many Redirects

Bei der Fehlersuche solltest Du die wahrscheinlichsten Ursachen zuerst prüfen. Eine Änderung nach der anderen ist dabei besser als mehrere Einstellungen gleichzeitig zu verändern. So bleibt nachvollziehbar, welche Maßnahme geholfen oder eine neue Nebenwirkung ausgelöst hat.

Unterschiedliche HTTP- und HTTPS-Adressen

WordPress speichert die URL der Website in der Datenbank. Relevant sind vor allem die Werte für siteurl und home. Stimmen diese Werte nicht mit der tatsächlich verwendeten Adresse überein, können Weiterleitungen entstehen. Das gilt besonders nach einer SSL-Umstellung, einem Umzug oder einer Änderung der Domain.

Beispielsweise kann WordPress intern noch http:// verwenden, während der Server ausschließlich https:// erzwingt. Ebenso problematisch ist eine Mischung aus www und einer Domain ohne www, wenn sowohl WordPress als auch der Server jeweils auf ihre bevorzugte Variante umleiten.

Fehlerhafte Proxy- oder CDN-Erkennung

Bei einer Website hinter einem Reverse Proxy, Load Balancer oder CDN sieht der Ursprungsserver unter Umständen nur eine HTTP-Verbindung. Für den Besucher ist die Verbindung jedoch HTTPS. Wenn WordPress oder ein Plugin die Information über das ursprüngliche Protokoll nicht korrekt auswertet, kann es immer wieder eine HTTPS-Weiterleitung auslösen.

Die richtige Lösung hängt vom Hosting und der Proxy-Konfiguration ab. Häufig wird ein spezieller Request-Header verwendet, der das ursprüngliche Protokoll mitteilt. Dieser Header darf nicht blind übernommen werden: Er sollte nur dann ausgewertet werden, wenn der vorgeschaltete Dienst vertrauenswürdig ist und die Serverumgebung dies unterstützt.

SSL- oder Sicherheitsplugins

Plugins, die HTTPS erzwingen, Loginbereiche schützen oder verdächtige Zugriffe umleiten, können in die Weiterleitung eingreifen. Nach einer Änderung am Zertifikat, einem Plugin-Update oder einem Hostingwechsel kann eine vorher passende Einstellung plötzlich nicht mehr zur Serverumgebung passen.

Auch zwei Plugins mit ähnlicher Funktion können sich gegenseitig beeinflussen. Wenn ein Plugin HTTP auf HTTPS umleitet und ein anderes eine abweichende kanonische Adresse erzwingt, entsteht möglicherweise eine Schleife.

Fehlerhafte Regeln in .htaccess oder der Serverkonfiguration

Auf Apache-Servern werden Weiterleitungen häufig in der Datei .htaccess definiert. Eine falsche Bedingung, eine doppelte HTTPS-Regel oder eine unerwartete Kombination aus www- und non-www-Weiterleitung kann den Fehler verursachen. Bei NGINX liegen die Regeln normalerweise in der Serverkonfiguration.

Die .htaccess sollte nicht unüberlegt vollständig gelöscht werden. WordPress benötigt je nach Umgebung bestimmte Regeln für sogenannte Pretty Permalinks. Sichere zuerst eine Kopie und ändere nur die Regeln, deren Zweck Du nachvollziehen kannst.

Cache, Cookies oder HSTS im Browser

Manchmal ist die Serverkonfiguration bereits korrigiert, aber der eigene Browser verwendet noch alte Daten. Cookies können Plugin-Einstellungen oder Sitzungsinformationen enthalten. Ein Cache kann eine frühere Antwort anzeigen. HSTS kann den Browser außerdem anweisen, eine Domain ausschließlich über HTTPS aufzurufen.

Teste die Website deshalb in einem privaten Browserfenster, in einem zweiten Browser oder über ein anderes Gerät. Wenn nur Dein normaler Browser betroffen ist, spricht das eher für lokale Daten als für eine aktuelle Redirect-Schleife auf dem Server.

WordPress Too Many Redirects systematisch diagnostizieren

Anonymisierte Weiterleitungskette zur Diagnose des WordPress-Fehlers Too Many Redirects
Eine Weiterleitungskette macht sichtbar, an welcher Stelle sich die URL wiederholt.

Achte in der Grafik auf den ersten URL-Schritt, der erneut als Ziel auftaucht. Genau dort liegt häufig der Ansatzpunkt für die weitere Prüfung von WordPress, Server oder Proxy.

Eine geordnete Diagnose verhindert, dass Du die Ursache durch zufällige Änderungen verschleierst. Wenn der Fehler direkt nach einer Änderung aufgetreten ist, solltest Du zuerst diese Änderung prüfen. Bei einer unklaren Ausgangslage gehst Du am besten von außen nach innen vor: Browser, Weiterleitungskette, Domain- und SSL-Einstellungen, WordPress, Plugins und Server.

1. Betroffene URL und Umfang prüfen

Notiere die vollständige URL, bei der der Fehler erscheint. Prüfe anschließend, ob nur die Startseite, bestimmte Unterseiten oder auch /wp-admin/ betroffen sind. Achte auf Unterschiede zwischen diesen Varianten:

  • http://deine-domain.de
  • https://deine-domain.de
  • https://www.deine-domain.de
  • https://deine-domain.de/unterseite/

Wenn nur eine Domainvariante problematisch ist, liegt die Ursache oft in einer Weiterleitungsregel. Wenn alle Varianten betroffen sind, kommen eher WordPress-Einstellungen, ein Plugin oder eine fehlerhafte Proxy-Erkennung infrage.

2. Browserdaten und verschiedene Umgebungen vergleichen

Öffne die URL in einem privaten Fenster. Prüfe sie zusätzlich mit einem anderen Browser oder einem Gerät, das die Website nicht kürzlich besucht hat. Lösche Cookies und Cache erst dann, wenn Du die Beobachtung dokumentiert hast. Andernfalls geht ein Hinweis auf die Ursache verloren.

Ein Browserwechsel ist kein endgültiger Beweis, aber ein nützlicher Hinweis. Wenn mehrere unabhängige Umgebungen denselben Fehler zeigen, solltest Du die Server- und WordPress-Konfiguration untersuchen.

3. Weiterleitungskette betrachten

Eine Weiterleitungskette zeigt, welche URL auf welche nächste URL verweist. Du kannst dafür die Entwicklerwerkzeuge des Browsers oder ein geeignetes HTTP-Prüfwerkzeug verwenden. Entscheidend ist nicht nur die Anzahl der Weiterleitungen, sondern die Reihenfolge.

Beobachtung Mögliche Ursache Erster Prüfpunkt
HTTP wechselt immer wieder zu HTTPS Widerspruch zwischen Proxy und WordPress SSL-Erkennung und WordPress-URL
www und non-www wechseln sich ab Mehrere kanonische Domainregeln DNS-, Server- und WordPress-Einstellungen
Nur eine Unterseite ist betroffen Individuelle Redirect-Regel oder Plugin SEO-, Redirect- und Cache-Plugins
Website und Login sind betroffen Globale URL- oder SSL-Konfiguration WordPress-Adresse und wp-config.php

4. Letzte Änderungen sammeln

Erstelle eine kurze Liste der Änderungen, die vor dem Fehler vorgenommen wurden. Dazu gehören ein Domainumzug, die Aktivierung eines SSL-Zertifikats, ein Plugin- oder Theme-Update, eine Änderung am Hosting, neue CDN-Einstellungen und Anpassungen an der .htaccess.

Der zeitliche Zusammenhang ist ein wichtiger Diagnosehinweis, beweist aber nicht automatisch die Ursache. Ein Update kann beispielsweise nur sichtbar machen, dass eine alte Serverregel unter der neuen Umgebung nicht mehr funktioniert.

WordPress-URLs sicher überprüfen und korrigieren

Wenn Du noch Zugriff auf das WordPress-Backend hast, findest Du die relevanten Werte normalerweise unter Einstellungen > Allgemein. Dort werden die WordPress-Adresse und die Website-Adresse angezeigt. Beide Werte müssen zur geplanten Hauptadresse passen. In vielen Installationen sind sie identisch, in besonderen Setups kann es jedoch bewusst Unterschiede geben.

Verwende eine einheitliche Variante. Entscheide Dich also beispielsweise für HTTPS mit www oder HTTPS ohne www und prüfe, ob Zertifikat, DNS, Hosting und Weiterleitungen dieselbe Variante unterstützen. Vermeide zusätzliche Schrägstriche oder Tippfehler in der Domain.

Wenn der Backend-Zugriff nicht möglich ist

Bei einem vollständigen Redirect-Fehler kannst Du die Werte je nach Hosting über die Datenbank oder vorübergehend in der Datei wp-config.php prüfen beziehungsweise festlegen. Vor Änderungen solltest Du ein verfügbares Backup und die Zugangsdaten für den Server oder die Datenbank bereithalten.

Eine mögliche Festlegung sieht technisch folgendermaßen aus:

define( 'WP_HOME', 'https://deine-domain.de' );
define( 'WP_SITEURL', 'https://deine-domain.de' );

Die Domain ist dabei durch Deine tatsächliche Hauptadresse zu ersetzen. Diese Konstanten überschreiben die entsprechenden Datenbankwerte, ändern sie aber nicht automatisch. Deshalb sollte die Ursache anschließend sauber in der zuständigen Konfiguration behoben werden. Vermeide es, dieselben Konstanten mehrfach in wp-config.php einzutragen.

Wenn Du keinen sicheren Zugriff auf die Datenbank oder Konfigurationsdateien hast, ist eine unkoordinierte Änderung riskant. Bei produktiven Websites kann eine Sicherung oder eine Staging-Umgebung sinnvoll sein.

Plugins als Ursache ausschließen

Plugins sind häufig an Weiterleitungen beteiligt, weil sie HTTPS erzwingen, Loginbereiche schützen, URLs umschreiben, Caches verwalten oder SEO-Regeln ergänzen. Um einen Plugin-Konflikt einzugrenzen, solltest Du nicht sofort mehrere Plugins löschen.

  1. Erstelle oder prüfe ein aktuelles Backup der Dateien und Datenbank.
  2. Notiere aktive Plugins und ihre relevanten Einstellungen.
  3. Deaktiviere zuerst Plugins, die Redirects, SSL, Sicherheit, Cache oder SEO verwalten.
  4. Prüfe die Website nach jeder Änderung erneut.
  5. Aktiviere unauffällige Plugins einzeln wieder, um den Auslöser einzugrenzen.

Wenn kein Backend-Zugriff besteht, lässt sich das Plugin-Verzeichnis vorübergehend über den Dateizugriff umbenennen. WordPress erkennt den ursprünglichen Ordner dann nicht mehr und deaktiviert die Plugins. Diese Methode ist grob, kann aber den Zugang wiederherstellen. Danach solltest Du den Ordner zurückbenennen und die Plugins kontrolliert einzeln aktivieren.

Beachte, dass ein deaktiviertes Sicherheits- oder Cache-Plugin nicht automatisch alle bereits geschriebenen Serverregeln entfernt. Prüfe deshalb zusätzlich die .htaccess, serverseitige Caches und Einstellungen beim Hosting.

.htaccess und Serverregeln prüfen

Bei Apache kann die .htaccess Weiterleitungen enthalten, die vor WordPress ausgeführt werden. Sichere die Datei zunächst unter einem anderen Namen. Suche dann nach Regeln für HTTPS, www, die Domain, sprachabhängige Pfade oder alte Umzugsadressen.

Eine typische WordPress-Regel für Permalinks ist nicht dasselbe wie eine beliebige Redirect-Regel. Entferne deshalb nicht pauschal alles, sondern trenne zwischen WordPress-Basisregeln und individuell ergänzten Anweisungen. Wenn Du die Herkunft einer Regel nicht kennst, sollte sie zunächst dokumentiert und in einer sicheren Umgebung geprüft werden.

Bei NGINX oder einem Managed Hosting kannst Du die Serverregeln möglicherweise nicht selbst bearbeiten. In diesem Fall sind Informationen über die verwendete Domainvariante, das SSL-Zertifikat, den Proxy und die beobachtete Weiterleitungskette für den Hosting-Support besonders hilfreich.

Eine klare Zuständigkeit für HTTPS festlegen

HTTPS sollte nicht gleichzeitig von mehreren unabhängigen Ebenen widersprüchlich erzwungen werden. Eine Weiterleitung auf HTTPS ist grundsätzlich sinnvoll, aber es muss klar sein, welche Schicht die kanonische URL festlegt. Je nach Infrastruktur kann das der Proxy, der Webserver oder WordPress sein.

Wenn ein CDN SSL beendet und die Verbindung zum Ursprungsserver intern über HTTP weiterläuft, muss WordPress korrekt über die ursprüngliche HTTPS-Anfrage informiert werden. Eine einfache zusätzliche HTTP-zu-HTTPS-Regel am Ursprungsserver kann in diesem Setup die Schleife verschärfen.

Praxisbeispiel: Redirect-Schleife nach einer SSL-Umstellung

Angenommen, ein Unternehmen aktiviert HTTPS und stellt anschließend fest, dass die Website nicht mehr erreichbar ist. Die Domain ist beim Besucher verschlüsselt, aber WordPress erkennt die Anfrage am Ursprungsserver als HTTP. Ein Plugin verlangt deshalb HTTPS und leitet erneut auf dieselbe Adresse weiter.

Die systematische Prüfung könnte so aussehen:

  1. Die Weiterleitungskette zeigt, dass keine neue Zielseite erreicht wird.
  2. Ein privates Browserfenster liefert denselben Fehler; lokale Cookies sind daher wahrscheinlich nicht die Hauptursache.
  3. Die WordPress-Adresse steht bereits auf HTTPS.
  4. Die Website läuft hinter einem vorgeschalteten Proxy.
  5. Die SSL-Erkennung am Ursprungssystem wird mit der Hostingdokumentation abgeglichen.
  6. Die Proxy-Information wird nur in der vorgesehenen Serverumgebung korrekt ausgewertet.
  7. Das SSL-Plugin wird anschließend so konfiguriert, dass es keine widersprüchliche zweite Regel erzeugt.

Das Beispiel zeigt, warum eine Änderung der WordPress-URL allein nicht immer genügt. Die gesamte Kette aus Browser, Proxy, Server, WordPress und Plugin muss dieselbe Vorstellung vom verwendeten Protokoll haben.

Typische Fehler bei der Behebung

Mehrere Einstellungen gleichzeitig ändern

Wenn Du URL, Plugin, .htaccess und Cache gleichzeitig änderst, ist die Ursache anschließend schwer nachvollziehbar. Besser ist ein Änderungsprotokoll mit Zeitpunkt, Maßnahme und Ergebnis. So kannst Du eine funktionierende Einstellung bei Bedarf gezielt wiederherstellen.

Nur den Browser-Cache löschen

Das Leeren des Browser-Caches kann bei lokalen Problemen helfen. Eine serverseitige Redirect-Schleife wird dadurch jedoch nicht repariert. Wenn mehrere Browser betroffen sind, solltest Du nicht bei der lokalen Fehlerbehebung stehen bleiben.

Alle Redirects pauschal entfernen

Redirects können für HTTPS, alte URLs, einen Domainumzug oder Suchmaschinenoptimierung erforderlich sein. Werden sie vollständig gelöscht, können funktionierende Seiten, Lesezeichen und interne Links beschädigt werden. Entferne oder ändere nur Regeln, deren Wirkung Du verstanden hast.

WordPress-Core-Dateien bearbeiten

Direkte Änderungen an Core-Dateien sind keine dauerhafte Lösung. Sie können beim nächsten Update überschrieben werden und erschweren die Fehlersuche. Nutze stattdessen die vorgesehenen Einstellungen, Hooks, Konfigurationsdateien oder updatefähige Plugin- und Theme-Mechanismen.

SSL-Zertifikat und Redirects verwechseln

Ein gültiges Zertifikat und eine korrekte Weiterleitung sind unterschiedliche Dinge. Ein Zertifikatsfehler wird vom Browser anders behandelt als eine Redirect-Schleife. Prüfe deshalb sowohl die Zertifikatskette und Domainabdeckung als auch die HTTP-Antworten und Zieladressen.

Technische Hinweise für eine dauerhafte Lösung

Nach der Korrektur solltest Du nicht nur die Startseite öffnen. Prüfe interne Unterseiten, Beiträge, Medienpfade, den Login, Kontakt- oder WooCommerce-Bereiche, falls sie vorhanden sind. Teste außerdem die bevorzugte Domainvariante sowie eine nicht bevorzugte Variante, die kontrolliert auf die Hauptadresse weiterleiten soll.

Leere oder aktualisiere Caches auf den Ebenen, die Deine Website tatsächlich verwendet: Browser, WordPress-Plugin, Server, CDN oder Proxy. Gehe dabei gezielt vor und dokumentiere, welche Cache-Ebene geleert wurde. Ein alter Cache kann sonst den Eindruck erwecken, dass eine Korrektur nicht funktioniert.

Staging und Backups

Bei Änderungen an Domain, SSL, Serverregeln oder Datenbank ist eine Sicherung besonders wichtig. Ein Backup sollte nicht nur existieren, sondern im Rahmen des verfügbaren Betriebsprozesses auch wiederherstellbar sein. Bei komplexen Websites kann eine Staging-Umgebung helfen, Änderungen zu prüfen, ohne die produktive Website sofort zu beeinflussen.

Beachte, dass Staging selbst besondere URL- und Indexierungsregeln benötigt. Eine Staging-Domain darf nicht versehentlich zur öffentlichen Hauptadresse werden oder in Suchmaschinen als produktive Website erscheinen.

Debugging ohne sensible Daten zu veröffentlichen

WordPress-Debugging kann technische Hinweise liefern, sollte aber nicht dauerhaft mit sichtbaren Fehlermeldungen auf der Live-Website aktiviert sein. Protokolle können Pfade, Datenbankinformationen oder andere interne Details enthalten. Bewahre sie geschützt auf und teile bei Supportanfragen nur die relevanten Ausschnitte ohne Zugangsdaten und personenbezogene Daten.

Checkliste: WordPress Too Many Redirects beheben

  • Die betroffene vollständige URL und alle Domainvarianten notieren.
  • Die Weiterleitungskette und den ersten wiederkehrenden Zielwechsel prüfen.
  • Privates Browserfenster und einen zweiten Browser verwenden.
  • Letzte Änderungen an Domain, SSL, Plugins, Theme und Hosting sammeln.
  • WordPress-Adresse und Website-Adresse auf Einheitlichkeit prüfen.
  • Proxy-, CDN- und SSL-Erkennung kontrollieren.
  • Redirect-, Sicherheits-, Cache- und SEO-Plugins einzeln testen.
  • .htaccess oder NGINX-Regeln sichern und gezielt untersuchen.
  • Server- und WordPress-Caches kontrolliert leeren.
  • Nach der Korrektur Startseite, Unterseiten, Login und alternative Domainvarianten testen.

FAQ

Warum erscheint „Too Many Redirects“ nur bei meiner WordPress-Website?

Die Meldung erscheint, wenn der Browser für diese Website keine stabile Zieladresse erreicht. Häufig stehen HTTP und HTTPS, www und non-www oder mehrere Redirect-Regeln im Widerspruch. Auch ein Plugin oder ein vorgeschalteter Proxy kann die Schleife auslösen.

Ist der Fehler automatisch ein Hinweis auf ein defektes SSL-Zertifikat?

Nein. Ein SSL-Zertifikat und eine Redirect-Konfiguration sind unterschiedliche technische Bereiche. Ein Zertifikatsproblem kann zwar zeitgleich auftreten, aber „Too Many Redirects“ weist zunächst auf wiederholte Weiterleitungen hin. Prüfe daher beide Bereiche getrennt.

Kann ein Cache-Plugin die Redirect-Schleife verursachen?

Ja, ein Cache-Plugin kann Weiterleitungen speichern oder eigene Regeln für HTTPS und URLs aktivieren. Es ist aber auch möglich, dass die Ursache im Server oder Proxy liegt und das Plugin nur eine alte Antwort ausliefert. Deaktiviere es kontrolliert und prüfe zusätzlich vorhandene Serverregeln.

Was kann ich tun, wenn ich nicht mehr ins WordPress-Backend komme?

Prüfe zunächst die Website-Adresse außerhalb des Backends. Je nach Zugriff kannst Du Plugins vorübergehend über den Dateizugriff deaktivieren, die URL-Werte über die Datenbank kontrollieren oder sie temporär in wp-config.php festlegen. Sichere vorher die relevanten Dateien und Daten. Bei Unsicherheit ist professionelle Unterstützung sinnvoll.

Warum wechseln meine Domainvarianten zwischen www und ohne www?

Wahrscheinlich legen mehrere Ebenen unterschiedliche Hauptadressen fest. Prüfe die bevorzugte Domain in WordPress, die Serverweiterleitung, den Proxy oder CDN-Dienst sowie eventuell DNS- oder Hostingvorgaben. Es sollte eine eindeutige Zielvariante geben, auf die die andere kontrolliert weiterleitet.

Kann ich alle Weiterleitungen aus der .htaccess löschen?

Das ist nicht empfehlenswert. Neben fehlerhaften individuellen Regeln können dort notwendige WordPress-Regeln für Permalinks stehen. Sichere die Datei und entferne nur nachvollziehbare Redirect-Regeln. Bei NGINX oder Managed Hosting müssen Änderungen gegebenenfalls an einer anderen Stelle vorgenommen werden.

Wie verhindere ich, dass der Fehler nach einem Update wiederkommt?

Dokumentiere die funktionierende URL-, SSL- und Plugin-Konfiguration. Halte Plugins, Themes und WordPress aktuell, teste kritische Änderungen möglichst zuerst in einer Staging-Umgebung und vermeide doppelte Zuständigkeiten für HTTPS-Weiterleitungen. Nach Updates solltest Du wichtige URL-Varianten und den Login kurz prüfen.

Fazit

„WordPress Too Many Redirects“ ist meist kein einzelner WordPress-Fehler, sondern ein Zusammenspiel widersprüchlicher URL-, SSL-, Proxy-, Plugin- oder Serverregeln. Beginne mit der Weiterleitungskette und den zuletzt vorgenommenen Änderungen. Prüfe danach die WordPress-Adressen, Plugins, Cache-Ebenen und Serverkonfigurationen Schritt für Schritt.

Eine dauerhafte Lösung besteht nicht darin, alle Weiterleitungen abzuschalten, sondern eine klare Hauptadresse und eine eindeutige Zuständigkeit für HTTPS festzulegen. Sichere produktive Systeme vor Änderungen, dokumentiere die einzelnen Schritte und teste anschließend auch Unterseiten sowie den Administrationsbereich.

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